Der April-Vortrag 2017 war dem Leben und Schaffen der großen deutschen Bildhauerin Ingeborg Hunzinger gewidmet. Vortragende war Claudia Maria Franck, eine Enkelin der Künstlerin. So war, das sollte sich schnell erweisen, auch eine persönliche und vor allem mit vielen lebendigen Dokumenten gespeiste Erzählung verbürgt. Es war übrigens der erste originäre Vortrag über diese Künstlerin, obwohl wir schon einiges über Ingeborg Hunzinger berichtet hatten.
Frau Franck stellte eine erstaunlich facettenreiche Biografie vor, die sich in 4 Blöcke ordnen ließe:
Ausbildung und künstlerische Selbstfindung, erste Lebenserfahrungen in den faschistischen Systemen Italiens und Deutschlands
Entscheidung für die DDR, Kunst im Sozialismus
Zwischenbilanz und Neuorientierung
Das Spätwerk
Ausbildung und künstlerische Selbstfindung, erste Lebenserfahrungen in den faschistischen Systemen Italiens und Deutschlands
Ingeborg Franck, geboren 1915, wuchs in einem großbürgerlichen und künstlerisch orientierten Hause auf. Ihr Großvater war der Maler Philipp Franck – Impressionist, Sezessionist und Liebermann-Freund; ein Maler auf Augenhöhe mit Walter Leistikow, Lovis Corinth und Max Slevogt, dessen Bedeutung für die Berliner Kunstgeschichte auch erst in den letzten Jahren festgestellt wurde.
Philipp Franck, Der Wannsee. 1914
Ihr Vater Hans-Heinrich Franck war Chemiker, die Familie lebte in Westend. Kurz vor dem Abitur vom Gymnasium relegiert, begann Ingeborg eine Ausbildung an der Kunstakademie Berlin-Charlottenburg, die sie nach zwei Jahren wegen ihrer politischen Überzeugung, aber auch wegen der jüdischen Herkunft ihrer Mutter, abbrechen musste. Sie wechselte nach Franken, wo sie ihre Lehre als Steinmetz-Gesellin abschloss. Von 1938 an arbeitete sie ein Jahr im „Atelierhaus in der Klosterstraße“, das der damals wohlbekannte Bildhauer Ludwig Kasper führte. Zu den Künstlern, die sie dort kennen lernte, gehörte unter anderen Käthe Kollwitz. Da sie Jüdin war, siedelte sie 1939, bedrängt von den Nazis, nach Italien um. Dort traf sie auf den Hallenser Maler Helmut Ruhmer, mit dem sie einen gemeinsamen Lebensabschnitt begann. Oberitalien, insbesondere Florenz, brachte für Ingeborg Franck eine künstlerische Erweckung: sie sah viele Arbeiten von Michelangelo und nahm sie für sich als künstlerisches Vorbild an.
Michelangelo, David
Mit Ruhmer geht sie anschließend nach Sizilien, um dort zu arbeiten und zu leben. Sie liebte es, schnelle Aquarelle anzufertigen.
Sizilien II
Aber 1943 kehren sie zurück nach Berlin: Ruhmer muss in Deutschland für die Wehrmacht bereit stehen, andererseits war die Situation in Sizilien nicht übermäßig ertragreich. Ingeborgs Vater ist über die Rückkehr nicht erfreut: er muss seine jüdische Frau vor den Nazis schützen, nun kommt seine jüdische, inzwischen schwangere Tochter, noch hinzu. Ruhmer und Ingeborg ziehen in den Schwarzwald, konkreter gesagt den Hotzenwald, den südlichsten Zipfel des Schwarzwaldes; eigentlich: an das Ende der Welt. Dort werden 1943 und 1944 die gemeinsamen Kinder Anna-Katharina und Gottlieb geboren. Zum Kriegsende wird Helmut Ruhmer noch in die Wehrmacht eingezogen; er fällt nach zwei Wochen an der Ostfront. Es entsteht eine unfassbare Situation für Ingeborg Franck. Sie hat die Liebe ihres Lebens verloren, konnte wegen der faschistischen Rassegesetze nicht heiraten und lebt nun fernab der Familie mit zwei Kleinkindern.
Entscheidung für die DDR, Kunst im Sozialismus
Dennoch bleibt sie zunächst dort. Sie engagiert sich nun politisch und wiederbelebt die KPD in der Bodensee-Region. Die Partei beauftragt sie, in Baden politisch aktiv zu sein. Geld verdient sie mit Töpfern. In der politischen Arbeit lernt sie Adolf Hunzinger kennen, einen ehemaligen Spanien-Kämpfer. 1949 gehen beide nach Ost-Berlin. Ingeborg, inzwischen 35 Jahre alt, widmet sich wieder der künstlerischen Arbeit. Sie wird Assistentin bei Drake und dann Meisterschülerin bei Cremer und Seitz. Ein Beispiel der Werke aus den 1950er Jahren steht in Friedrichshagen im Müggelpark direkt am Müggelsee: Vater mit Kind auf den Schultern.
Vater mit Kind auf den Schultern, 1958
Diese und die anderen Plastiken im Müggelpark waren und sind bei der Bevölkerung beliebt: es war völlig unideologische Kunst, die sich dem Zusammenleben junger Familien widmete. Und es war eine Problematik, die Ingeborg Hunzinger (verheiratet seit 1955) aus eigener Erfahrung kannte.
In den 1960er Jahren verdiente sie den Unterhalt für die Familie durch Werkverträge mit Betrieben und Kommunen. Es entstanden Arbeiten für die Leuna-Werke, das Funkwerk Köpenick, das Fotochemische Werk und andere Einrichtungen in Berlin und Bezirken der DDR. Ein Werk für das Fotochemische Werk trägt den versprechenden Namen „Mensch und Strahlung“.
Mensch und Strahlung, 1969
Der Spätsommer 1968 beginnt für Ingeborg Hunzinger, das hebt Enkelin Claudia Maria Franck hervor, mit einer einschneidenden Veränderung in ihrem Leben: die jüngste Tochter beteiligt sich an Protesten gegen den Einmarsch sowjetischer Truppen in die CSSR. Gerade in die 12. Klasse versetzt, wird sie von der Erweiterten Oberschule relegiert – die Mutter muss sich dafür verantworten.
Drei Jahre lang wird Ingeborg Hunzinger auf Aufträge und Verträge verzichten, sie muss sich ihren Lebensunterhalt privat verdienen. Dazu kommt eine Parteistrafe. Bald darauf verlässt die jüngste Tochter die DDR. 1968 heiratet sie noch ein Mal (von Adolf Hunzinger hatte sie sich bereits getrennt), aber ihr Mann, der um einige Jahre jüngere Bildhauer Robert Riehl, den sie schon aus Meisterschülerzeiten kannte, stirbt bereits 1976.
Zwischenbilanz und Neuorientierung
Die 1970er Jahre sind also ein Umbruch für Ingeborg Hunzinger. Sie überprüft ihre eigene politische Position und ihr künstlerisches Schaffen. Die Künstlerin geht inzwischen auf die 60 zu – es wird Zeit für das Alterswerk.
Zunächst lässt sie sich jedoch für die künstlerische Ausstattung der Ost-Berliner Großsiedlungen gewinnen. Sie gehört, so die Aussage einer zeitgenössischen Zeitung, „zu den zehn Künstlern des Konzeptionskollektivs für das Neubaugebiet Berlin-Marzahn. Im Auftrag des DFD-Bundesvorstandes werden für die dortigen Wohngebiete Gemälde, Wandbilder und Plastiken geschaffen, die sich vorwiegend mit dem Thema Familie und Kind auseinandersetzen“. Neben der konzeptionellen Arbeit steuert Hunzinger 5 eigene Werke bei:
Paar, Erholungspark Marzahn
Jugend – Älteres Paar, Schragenfeldstraße 21
Frauen, Allee der Kosmonauten/Marchwitzastraße
Die Geschlagene, Die sich Aufrichtende, Der sich Befreiende, Freizeitforum Marzahn
Und: Die Sinnende.
Zur „Sinnenden“ hat uns Claudia Maria Franck Material zur Verfügung gestellt, das wir hier exklusiv vorstellen können.
„Die Sinnende“ – bemerkenswerte Fakten
Diese uns allen so vertraute Figur trägt anfangs den Titel „Die Besinnliche“. Sie entsteht im Mai/Juni 1976 bei einem Bildhauer-Symposium in Reinhardtsdorf. Dieses Dorf in der Sächsischen Schweiz verfügt über einen Steinbruch mit Naturstein, der als Reinhardtsdorfer Sandstein bekannt ist. An diesem Symposium mit Beteiligung polnischer und rumänischer Künstler nahm auch Karl-Günter Möpert teil, einer der beiden Schöpfer des „Denkmals für die Erbauer Marzahns“. In einem Material schreibt er: “Symposien dieser Art tragen dazu bei, dass der Naturstein, der ja ein uraltes Gestaltungsmaterial ist, wieder mehr Beachtung bei der Gestaltung künstlerischer Vorhaben gewinnt. Angst und Befangenheit bei der Bewältigung des Materials werden abgebaut, weil der handwerklich erfahrene Kollege dem unerfahrenen Kollegen seine Erfahrungen uneingeschränkt mitteilt.“ Hier sehen Sie Fotos aus Reinhardtsdorf:
Ingeborg Hunzinger im Kreis von Kollegen
„Die Besinnliche“ im Steinbruch
„Die Besinnliche“ wird im Spätsommer 1976 in Kaulsdorf Nord aufgestellt, an der damaligen Kaufhalle im Teterower Ring; im heutigen Bereich des Spreecenters.
„Die Besinnliche“ am Standort Teterower Ring
Im Sommer 1978 gelangt die Plastik in die Ausstellung „Plastik und Blumen“ in Berlin-Treptow. Dort muss bei Verantwortlichen die Kenntnis gereift sein, dass die Figur in einem landschaftlichen Umfeld besser aufgehoben ist.
„Die Besinnliche“ im Sommer 1978 in Berlin-Treptow (Foto: Sonntag, 27.8.1978)
Von Treptow ist die Figur ganz offensichtlich nicht nach Kaulsdorf Nord zurückgekehrt. Sie wird unter dem neuen Namen „Die Sinnende“ 1980 am heutigen Standort im Schlosspark Biesdorf aufgestellt.
„Die Sinnende“ im Schlosspark Biesdorf
„Die Sinnende“ deutet ganz nachdrücklich einen Wandel des künstlerischen Ausdrucks bei Ingeborg Hunzinger an. Die Figur bleibt im Stein, sie „entblößt“ sich nicht, bleibt verborgen und will zugleich entdeckt werden. Im Gegensatz etwa zu „Vater mit Kind“, wo die Aussage klar und eindeutig ist, kann man mit der „Sinnenden“ in einen Dialog treten – mit ihr reden, sie berühren und sie aus verschiedenen Positionen betrachten. Damit wird Hunzingers Kunst interessanter und vieldeutiger. Sie hat mit der „Unvollendeten“, die im Kleinen Spreewaldpark in Schöneiche steht, eine verwandte Skulptur geschaffen.
Die Unvollendete, Jahr unbekannt
Das Spätwerk
Mit der „Sinnenden“ und der „Unvollendeten“ sieht sich Ingeborg Hunzinger gut gerüstet für das Alterswerk. Was der wesentliche Bestandteil dieses Werkes sein sollte, hat sie ebenfalls in dem erwähnten Zeitungsartikel formuliert: Sie will den Aufrichtigen, denen, die eine Überzeugung haben und denen, die helfen, ein Denkmal setzen. „Das ist für mich seit der Emigration wie ein Lebensfaden.“ Und sie sagt geradezu, dass sie damit den antifaschistischen, kommunistischen Widerstand meine.
Dabei geht sie zweispurig vor: einerseits will sie konkrete Hilfsaktionen an konkreten Orten nachbilden, andererseits ist sie auf der Suche nach dem großen symbolischen Bild für diesen Kampf.
So entstehen in den 1980er Jahren die ersten Plastiken in Berlin und anderen Orten.
An ihrem sechsten Todestag ehrte der Bezirk Marzahn-Hellersdorf die große deutsche Bildhauerin Ingeborg Hunzinger (1915 – 2009) mit einer Bronzetafel am Freizeitforum Marzahn; dort wo ihre drei Skulpturen „Die Geschlagene“, “Die sich Aufrichtende“ und „Der sich Befreiende“ stehen. Die Tafel wurde von Ulrike Böhm geschaffen.
Kulturstadträtin Juliane Witt begrüßte die Teilnehmer_innen der Platteneinweihung sehr herzlich und erinnerte an den 100. Geburtstag der Künstlerin im Februar 2015, als bei einer Ehrung an gleicher Stelle das Versprechen abgegeben wurde, diese drei Skulpturen mit einer Bronzeplatte zu kennzeichnen und so der Anonymität zu entreißen.
Der Vorsitzende unseres Vereins Dr. Heinrich Niemann zeigte sich angetan von der nun gekennzeichneten Gruppe. Ingeborg Hunzinger habe neben ihren herausragenden großen Skulpturen gerade für die künstlerische Ausgestaltung der Großsiedlung Marzahn konzeptionell Großartiges geleistet. Der Stiftung OST-WEST-BEGEGNUNGSSTÄTTE Schloss Biesdorf e.V. kann mit der Skulptur „Die Sinnende“ von 1980 im Schlosspark Biesdorf auf das erste Kunstwerk Ingeborg Hunzingers in unserem Bezirk verweisen. Dr. Niemann würdigte abschließend die politische Überzeugung der Künstlerin, die sie nie weggeworfen habe.
Neben der Kulturverwaltung und unserem Verein hatte der Heimatverein Marzahn-Hellersdorf als dritter Aktivist die Bronzetafel auf den Weg gebracht. Die Vizevorsitzende Dr. Christa Hübner und als Gast der Vorsitzende des Köpenicker Heimatvereins Stefan Förster ergriffen gemeinsam das Wort. Dabei hob Stefan Förster hervor, dass seit dem gestrigen 19. Juli 2015 die bisherige Straße nach Fichtenau (zwischen Fürstenwalder Damm und S-Bahnhof Rahnsdorf) nun den Namen Ingeborg-Hunzinger-Straße trage. Das Wohn- und Arbeitshaus der Künstlerin habe nur 50 Meter von dieser Straße entfernt gelegen, wo sie auch ihren Hund ausführte. Förster erinnerte bei dieser Gelegenheit daran, dass eine Reihe von Kunstwerken aus den 1970er und 1980er Jahren nun besonderer Pflege bedürften, insbesondere die Arbeiten aus Sandstein. Sie dürften dem kollektiven Gedächtnis nicht entfallen.
Kulturamtsleiterin Christina Dreger und die Kulturstadträtin Juliane Witt griffen diesen Gedanken zum Schluss auf und verwiesen auf Anstrengungen und laufende Projekte. Gemeinsam legten die drei Bronzeplatten-Aktivisten dann Blumensträuße nieder und stellten sich einem Pressefoto. Die Anwesenden applaudierten herzlich.
Dr. Heinrich Niemann, Kulturstadträtin Juliane Witt, Stefan Förster und Dr. Christa Hübner (v.l.)
Wer im Schlosspark unterwegs ist oder eine Ausstellung in der Galerie besucht, kommt in der Regel stets an ihr vorbei: an der Skulptur „Die Sinnende“ von Ingeborg Hunzinger. Entspannt, lässig die Beine übereinander geschlagen, sitzt sie auf ihrer Wiese und träumt vor sich hin. Viele Besucher lieben sie, kommen ihr näher oder grüßen von weitem. Die „Sinnende“ wurde im Juni 50 Jahre alt. Ingeborg Hunzinger schlug sie im Frühsommer 1976 während eines Symposiums aus dem Reinhardtsdorfer Sandstein.
Das Dorf in der Sächsischen Schweiz verfügt über einen Steinbruch mit Naturstein, der als Reinhardtsdorfer Sandstein bekannt ist. An dem Symposium mit Beteiligung polnischer und rumänischer Künstler nahm auch Karl-Günter Möpert teil, einer der beiden Schöpfer des „Denkmals für die Erbauer Marzahns“. In einem Material schreibt er: “Symposien dieser Art tragen dazu bei, dass der Naturstein, der ja ein uraltes Gestaltungsmaterial ist, wieder mehr Beachtung bei der Gestaltung künstlerischer Vorhaben gewinnt. Angst und Befangenheit bei der Bewältigung des Materials werden abgebaut, weil der handwerklich erfahrene Kollege dem unerfahrenen Kollegen seine Erfahrungen uneingeschränkt mitteilt.“
Die Figur 1976 im Steinbruch
Ingeborg Hunzinger (re.) mit zwei Kollegen im Steinbruch, sie war damals 61 Jahre alt
„Die Besinnliche“ wird im Spätsommer 1976 in Kaulsdorf Nord aufgestellt, an der damaligen Kaufhalle im Teterower Ring; im Bereich des heutigen Spreecenters. Die Figur war eine von mehreren folgenden Arbeiten Hunzingers im Bezirk Marzahn, für dessen künstlerische Ausgestaltung sich die Künstlerin stark gemacht hatte. Die wohl bekannteste Arbeit steht vor dem Freizeitforum Marzahn: „Die Geschlagene, Die sich Aufrichtende, Der sich Befreiende“.
Die „Besinnliche“ an ihrem damaligen Standort
Dennoch hinterließ sie bei den einkaufenden Passanten keinen bleibenden Eindruck. Im Sommer 1978 gelangt die Arbeit in die Ausstellung „Plastik und Blumen“ in Berlin-Treptow. Dort muss bei Verantwortlichen die Kenntnis gereift sein, dass die Figur in einem landschaftlichen Umfeld besser aufgehoben ist.
„Die Besinnliche“ im Sommer 1978 in Berlin-Treptow (Foto: Sonntag, 27.8.1978)
Von Treptow ist die Figur ganz offensichtlich nicht nach Kaulsdorf Nord zurückgekehrt. Sie wird unter dem neuen Namen „Die Sinnende“ 1980 am heutigen Standort im Schlosspark Biesdorf aufgestellt. Hier erfreut sie sich hoher Aufmerksamkeit und Anerkennung. Wir gratulieren zum 50. und wünschen noch viele schöne Jahre!
(Dieser Beitrag war Bestandteil eines größeren Artikels auf dieser Homepage im Jahre 2017.)
„Der von Eduard Neide und Albert Brodersen gestaltete Park und seine Ein-flüsse auf das Leben in Biesdorf in den letzten 150 Jahren“, Führung mit Besuch des Eiskellers im Rahmen des VHS-Kurses
„Der Schlosspark Biesdorf – markantes Berliner Gartendenkmal“ Parkführung mit Besuch des Eiskellers zum Tag der Parks und Gärten im Rahmen des VHS-Kurses
Dr. Heinrich Niemann
29.05.2024
Biesdorf, das Werder des Ostens. Zur Geschichte des Biesdorfer Baumblütenfestes
Karl-Heinz Gärtner
17.04.2024
„Ich kann nichts anderes…“ Aus dem Leben und Wirken des Komponisten Kurt Schwaen (1909 – 2007)
Dr. Ina Iske-Schwaen
10.04.2024
Die Luftschiffe der Firma Siemens-Schuckert und die drehbare Luftschiffhalle in Biesdorf
Schlossherr Werner von Siemens: Erfinder und internationaler Unternehmer
Dr. Florian Kiuntke
22.11.2023
Zum 110. Todestag des Architekten Heino Schmieden: Die denkmalgerechte Sanierung seines Biesdorfer Schlosses in den Jahren 2002 bis 2007
Dr. Heinrich Niemann und Prof. Dr. Gernot Zellmer
08.11.2023
Baron Günther von Bültzingslöwen – Besitzer von Gut und Schloss Biesdorf 1884-1887
Karl-Heinz Gärtner
18.10.2023
Zwischen den Mühlsteinen. Die Biesdorfer Jahre Otto Nagels 1951-1967
Wolfgang Brauer
10.06.2023
„Der Schlosspark Biesdorf – markantes Berliner Gartendenkmal (Zur Erinnerung an den Beginn seiner Rekonstruktion vor 30 Jahren)“ Parkführung mit Besuch des Eiskellers zum Tag der Parks und Gärten im Rahmen des VHS-Kurses
Dr. Klaus-Henning von Krosigk und Dr. Heinrich Niemann
31.05.2023
Der sowjetische Soldatenfriedhof von 1946 bis 1958 im Schlosspark Biesdorf – eine Geschichte des Gedenkens
Dr. Heinrich Niemann
19.04.2023
Werden und Wachsen der Biesdorfer Siedlungsgebiete – eine kleine Baugeschichte
Otto Nagel – sein künstlerisches und politisches Wirken in der Weimarer Republik
Prof. Dr. Gernot Zellmer
18.01.2023
Polikliniken in Marzahn-Hellersdorf – Leistungen und Lehren aus dem Gesundheitswesen der DDR
Dr. Heinrich Niemann
2022
14.12.2022
Fontane nannte sie Effi Briest. Das Leben der Elisabeth von Ardenne (zum 203. Geburtstag von Theodor Fontane)
Sabine Brauer
02.11.2022
Die denkmalgerechte Sanierung des Schlosses Biesdorf 2002-2007 – Mut machender Schritt zum Wiederaufbau
Gerhard Schlotter und Raphael Abrell
19.10.2022
Gartendenkmale – wichtiger Teil des Denkmalschutzes und der Lebensqualität in der Stadt
Dr. Klaus-Henning von Krosigk
11.06.2022
„Der Schlosspark Biesdorf und die Schöpfer des Gartendenkmals Eduard von Neide und Albert Brodersen“ – traditionelle Parkführung mit Besuch des Eiskellers zum Tag der Parks und Gärten im Rahmen des VHS-Kurses
Dr. Heinrich Niemann
18.05.2022
Otto Nagel, Heinrich Zille und die Zeitschrift „EULENSPIEGEL“ von 1928
Prof. Dr. Gernot Zellmer
20.04.2022
Der Schlossarchitekt Heino Schmieden – Pionier des europäischen Krankenhausbaus
Der erste Biesdorfer Schlossherr Hans-Herrmann von Rüxleben und seine Braut Anna Pauline Griebenow oder die Liaison von Erb- und Geldadel
Dr. Heinrich Niemann
2021
17.11.2021
Wie Marzahn-Hellersdorf Teil von Groß-Berlin wurde und warum Berlin das Rittergut Biesdorf nebst Schloss und Park erwarb
Dr. Christa Hübner und Dorothee Iffland
20.10.2021
Die Großsiedlungen Marzahn und Hellersdorf – Auslaufmodell oder Zukunftsprojekt
Prof. Dr. Simone Hain
15.09.2021
Podiumsdiskussion: Fünf Jahre wiederaufgebautes Schloss Biesdorf – Bilanz und Ausblick
mit Karin Scheel, Nicolas Vecchini, Dr. Angelika Weißbach, Ute Weiss Leder, Axel Matthies und Andreas Lemmer; Moderation: Dr. Heinrich Niemann
12.06.2021
„Der Schlosspark Biesdorf und die Schöpfer des Gartendenkmals“, traditionelle Parkführung mit Besuch des Eiskellers zum Tag der Parks und Gärten im Rahmen des VHS-Kurses
Dr. Heinrich Niemann
2020
21.10.2020
Architektur zwischen Individualität und Typenbau – Gewolltes, Gelungenes, Gescheitertes
Prof. Dr. Wolf Eisentraut
16.09.2020
Vorführung des Stummfilms „Mutter Krausens Fahrt ins Glück“ (1929) anlässlich des 126. Geburtstages von Otto Nagel
Axel Matthies
13.06.2020
„Schloss und Schlosspark Biesdorf – Denkmalensemble in alter neuer Schönheit“, traditionelle Parkführung mit Besuch des Eiskellers zum Tag der Parks und Gärten im Rahmen des VHS-Kurses
Dr. Heinrich Niemann
19.02.2020
Heinrich Zille, sein Milljöh, seine Künstlerfreunde. Lesung und Vortrag
Nicole Bröhan
16.01.2020
Künstler im Gespräch: Der Bildhauer Rolf Biebl
Rolf Biebl
2019
20.11.2019
Theodor Fontane zum 200. Geburtstag – auch wenn Biesdorf in seinen Wanderungen nicht vorkommt
Prof. Dr. Gernot Zellmer
23.10.2019
Otto Nagel – Lesung zum 125. Geburtstag des Malers, Publizisten und Kulturpolitikers
Lutz Stückrath
18.09.2019
Schloss und Schlosspark Biesdorf – besonderer Kulturort in der 40-jährigen Geschichte des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf und für seine Zukunft
Dr. Heinrich Niemann
08.06.2019
„Der Schlosspark Biesdorf – klassischer Landschaftspark in Berlin“, traditionelle Parkführung mit Besuch des Eiskellers zum Tag der Parks und Gärten im Rahmen des VHS-Kurses
Dr. Heinrich Niemann
15.05.2019
Kunst aus der DDR. Woher nehmen, wenn nicht sehen
Dr. Simone Tippach-Schneider
17.04.2019
Biebl-Gomringer-Gersch-Hunzinger-Jastram-Womacka – Kunst im Öffentlichen Raum in Marzahn-Hellersdorf
Martin Schönfeld und Rolf Biebl
20.03.2019
Schloss Biesdorf im Kontext der Berliner Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts
Dr. Katharina Lippold
20.02.2019
Künstler in Biesdorf: Eduard von Winterstein
Rainer Rau
16.01.2019
Das Rittergut Biesdorf und die ersten Bewohner des Schlosses Hans Herrmann von Rüxleben und Günther von Bültzingslöwen
Karl-Heinz Gärtner
2018
19.12.2018
Schloss Biesdorf als Kreiskulturhaus – eine typische Kulturstruktur der DDR
Dr. Thomas Strittmatter
14.11.2018
Der Siemenssche Luftschiffbau und die drehbare Luftschiffhalle in Biesenhorst
Wolfgang Schneider
17.10.2018
Ein Leben für das Bauen – Zum 90. Geburtstag von Dr. Günter Peters (1928-2013) – Podiumsgespräch
Wolfgang Schmidt, Prof. Dr. Wolf Eisentraut, Wilfried Engert, Peter Bielig und Dr. Oleg Peters
12.09.2018
Wie Schloss und Park Biesdorf 1979 zum Denkmal wurden – Ein Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr ECHY 2018
Dr. Heinrich Niemann und Axel Matthies
09.06.2018
„150 Jahre Schloss und Park Biesdorf“, ein festlicher Spaziergang durch den Park mit Besichtigung des Eiskellers zum Tag der Parks und Gärten im Rahmen des VHS-Kurses
Dr. Heinrich Niemann
17.05.2018
150 Jahre Schloss Biesdorf – Leben und Werk seines Architekten Heino Schmieden
Dr. Oleg Peters
12.04.2018
Vorgestellt: Aktuelle Kunstprojekte in Marzahn-Hellersdorf
Juliane Witt, Lars Scheibner und Alexander Grigorjevski
08.03.2018
Provisorien, Verkauf, Missbrauch und Zerstörung – Geschichte des Schlosses Biesdorf 1919 bis 1945
Karl-Heinz Gärtner und Monika Rank
08.02.2018
Die Gesellschaftsabende in der Siemens-Villa Schloss Biesdorf – Ein Stelldichein Berliner Persönlichkeiten
Frank Holzmann
11.01.2018
Schloss Biesdorf im 150. Jahr seines Bestehens – Bilanz und Perspektiven aus bürgerschaftlicher Sicht
Dr. Heinrich Niemann
2017
14.12.2017
Werner von Siemens – Technikpionier und globaler Unternehmer
Dr. Horst Kant
09.11.2017
Rückblick und Ausblick nach 90 Jahren Eigentümerwechsel des Schloss Biesdorf
Dr. Oleg Peters
12.10.2017
Der Kaulsdorf-Biesdorfer Zuckerrübenanbau und seine Folgen für einen geordneten Umweltschutz
Dr. Reinhold Zilch
07.09.2017
Das neue Schloss Biesdorf und der Geist des Ortes
Axel Matthies
10.06.2017
Traditionelle Führung durch den Schlosspark, einem dezentralen Ort der IGA 2017, mit Besichtigung des Eiskellers zum Tag der Parks und Gärten im Rahmen des VHS-Kurses
Dr. Heinrich Niemann
11.05.2017
Biesdorfer Schlossgeschichten II – Klub, Konzerte und Kunstprojekte
Die reiche Geschichte und die neuen Perspektiven des Schlosses Biesdorf (mit Film über das Schloss Biesdorf und seinen Wiederaufbau)
Dr. Heinrich Niemann
10.06.2016
„Der Schlosspark Biesdorf – besonderer Ort der IGA 2017“, traditionelle Führung durch den Schlosspark mit Besichtigung des Eiskellers zum Tag der Parks und Gärten im Rahmen des VHS-Kurses
Dr. Heinrich Niemann
08.05.2016
Schloss Biesdorf als Ort der Kunst. Ein Ausblick
Juliane Witt
11.04.2016
Kulturakteure in Marzahn-Hellersdorf
Juliane Witt
14.03.2016
Das Kunstarchiv in Beeskow – Potential, Projekte, Perspektiven
Herbert Schirmer
08.02.2016
Ein Doppelleben zwischen Pflicht und Neigung – Der Künstler und Kulturpolitiker Kurt Magritz 1909 bis 1992
Dr. Eckhart Gillen
11.01.2016
Das Schloss Biesdorf im Reigen historischer Gutsanlagen in Berlin und Umgebung
Edda Gutsche
2015
14.12.2015
Führung durch die Innenräume des wiederaufgebauten Schloss Biesdorf – statt Vortrag
Dr. Heinrich Niemann
09.11.2015
Leben und Wirken des Architekten Heino Schmieden
Dr. Oleg Peters
12.10.2015
Geschichte und Geschichten über Biesdorf und sein Schloss
Karl-Heinz Gärtner
13.09.2015
Die Schlossherren Werner und Wilhelm von Siemens: Erfinder und Pioniere der Elektrotechnik und des Verkehrswesens
Prof. Dr. Johannes Bähr
13.06.2015
„Der Schlosspark Biesdorf als Gartendenkmal und ausgezeichnete öffentliche Grünanlage und der Landschaftsarchitekt Brodersen“, traditionelle Führung durch den Schlosspark mit Besuch des Eiskellers zum Tag der Parks und Gärten im Rahmen des VHS-Kurses
Bernd Schütze und Dr. Heinrich Niemann
11.05.2015
Geschichte der Nutzung des Ensembles Schloss und Park Biesdorf als kulturelles Zentrum im Osten Berlins
Dr. Heinrich Niemann
13.04.2015
Vom Ende der Ideologie zum Triumph der Kunst
Martin Schönfeld
09.02.2015
Die künftige Galerie im Schloss Biesdorf – der Weg zu einem neuen Kunstor
Die Industriellenfamilie Siemens und ihr Wirken in Biesdorf
Oleg Peters
10.11.2014
Der Wiederaufbau des Schlosses Biesdorf – was bleibt, was wird neu?
Jan M. Schmidt
13.10.2014
Die freiherrlichen Bewohner des Schlosses Biesdorf
Karl-Heinz Gärtner
13.09.2014
Rosa Putz am Schloss Biesdorf und wie es dazu kam – Ergebnisse einer Putzforschung
Oleg Peters
10.05.2014
„Überall ist Kunst – doch sieht man sie noch?“, Busrundfahrt durch den Bezirk Marzahn-Hellersdorf zu Kunstwerken im Öffentlichen Raum
Martin Schönfeld
15.03.2014
Busexkursion zum Kunstarchiv Beeskow
13.01.2014
Das Ensemble Schloss und Park Biesdorf – ein kulturelles Zentrum im Osten Berlins. Geschichten seiner Nutzung
Dr. Heinrich Niemann
2013
16.12.2013
Das Projekt „Bildatlas: Kunst in der DDR“ und die Diskussion zur Kunst in der DDR
Gabriela Möller
11.11.2013
Das Kunstarchiv Beeskow – seine Aufgaben, sein Bestand und bisherige Ausstellungen
Kristina Geisler
14.10.2013
Die Architektenplanung für den Wiederaufbau des Schlosses Biesdorf
Prof. Mara Pinardi
08.09.2013
Der bevorstehende Beginn des Wiederaufbaus des Obergeschosses des Schlosses
Juliane Witt, Prof. Mara Pinardi und Dr. Ilona Weser
17.06.2013
„Die Gegenwart der Vergangenheit” – Tradition der gegenständlichen Kunst in Ost und West
Dr. Kuno Schumacher
27.05.2013
„Auf Brodersens Spuren“ – Der Schlosspark Biesdorf als Gartendenkmal und öffentliche Grünanlage, Träger des Green Flag Award
Dr. Heinrich Niemann
15.04.2013
Geschichten zur Nutzung des Schlossensembles seit 1945 und seit 1990
Karl-Heinz Gärtner
18.02.2013
Die Industriellenfamilie Siemens und ihr Wirken in Biesdorf
Oleg Peters
21.01.2013
Das Schloss Biesdorf war ein Hochzeitsgeschenk
Karl-Heinz Gärtner
2012
19.12.2012
Schloss(T)raum & Bilderwelten – erste öffentliche Präsentation der Architekturpläne für Schloss Biesdorf
Juliane Witt und Prof. Mara Pinardi
19.11.2012
Die Auseinandersetzung mit der Kunst aus der DDR-Zeit
Dr. Simone Tippach-Schneider
17.09.2012
Die Architektenplanung und der Stand der Vorbereitung für den Wiederaufbau des Schlosses Biesdorf zur Galerie „Bilderstreit“
Frank Vettel und Prof. Mara Pinardi
18.06.2012
Der Wiederaufbau des Schlosses Biesdorf in seiner historischen Gestalt – Aktuelle Architektenplanung
Frank Vettel
21.05.2012
Die Auseinandersetzung mit der Kunst aus der DDR-Zeit – Beispiel Porträtkunst und Landschaftsmalerei
Dr. Simone Tippach-Schneider
14.04.2012
Busexkursion zum Kunstarchiv in Beeskow
19.03.2012
Das Konzept der künftigen „Galerie Bilderstreit“ im Schloss Biesdorf
Dr. Simone Tippach-Schneider
20.02.2012
Die Nutzungsgeschichte des Schlossensembles als öffentliche Einrichtung
Frank Holzmann
16.01.2012
Der Schlosspark Biesdorf als Gartendenkmal und öffentliche Grünanlage und der Landschaftsarchitekt Brodersen
Bernd Schütze
2011
19.12.2011
Die Industriellenfamilie Siemens und ihr Wirken in Biesdorf
Oleg Peters
21.11.2011
Die Familie Rüxleben als Bauherr und Besitzer des Schlosses Biesdorf
Dr. Bernd Maether
17.10.2011
Heino Schmieden (1835 – 1913), der Architekt des Schlosses Biesdorf – ein wiederentdeckter großer Berliner Baumeister
Oleg Peters
19.09.2011
Die Bedeutung des Denkmalensembles Schloss Park Biesdorf und des Wiederaufbaus des Schlosses zur Galerie Bilderstreit für Berlin und den Bezirk Marzahn-Hellersdorf
Dr. Heinrich Niemann
2.Verzeichnis der BIESDORFER BEGEGNUNGEN seit 2015, eines Veranstaltungsformats unseres Vereins mit Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft
Gordon Freiherr von Godin, Geschäftsführer des DDR Museums Eric Denis Strohmeier-Wimmer, wiss. Leiter der Sammlung Moderation: Dr. Klaus Freier, Freunde Schloss Biesdorf e.V.
Nadja Zivkovic, CDU, Bezirksbürgermeisterin in Marzahn-Hellersdorf Moderation: Prof. Dr. Gernot Zellmer, Dr. Klaus Freier, Freunde Schloss Biesdorf e.V.
19.11.2025
„Marzahn ist, wenn man trotzdem lacht“
Wolfgang Reuter, ehemaliger Chefredakteur des DDR-Kinderfernsehens und Sendeleiter beim Deutschen Sportfernsehen, singt, spielt und erzählt aus seinem Leben. Moderation: Dr. Klaus Freier, Freunde Schloss Biesdorf e.V.
14.05.2025
Schule und Lernen in Biesdorf – einst und jetzt
1. Ortschronist Karl-Heinz Gärtner stellte die Schulentwicklung in Preußen und in Biesdorf seit dem 18. Jahrhundert vor. 2. Die Zeitzeugen Jörg Lessing und Hans Cornelius Herzfeld (Schüler in Biesdorf in den 1960er Jahren) und ihr Lehrer Herr Schultka schilderten, wie sie Schule und Lernen – und Lehren – zu ihrer Zeit empfunden haben und wie sie die Entwicklung heute sehen. 3. Gesprächsrunde Aktuelle Bildungspolitik undSchulentwicklung im Stadtbezirk mit Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Dana Wolfram-Gagel, Schulleiterin Otto Nagel Gymnasium Biesdorf, Norman Heise, Vorsitzender Bezirkselternausschuss Marzahn-Hellersdorf. Moderation: Dr. Klaus Freier, Freunde Schloss Biesdorf e.V.
Franziska Becker, Staatssekretärin, Arsen Tschantshapayan, Dreispringer, Doris Nabrowsky, Vorstand des Hellersdorfer Athletik Clubs Berlin (ACB), Christine Stüber-Errath, ehemalige deutsche Eiskunstläuferin, Alexander Teichmann, Präsident ttc eastside Berlin. Moderation: Dr. Klaus Freier, Freunde Schloss Biesdorf e.V.
08.05.2024
Otto Nagel und sein Einfluss auf die ostdeutsche Malerei
Karlheinz Mund, bedeutender Dokumentarfilmer in der DDR. Moderation: Axel Matthies, Freunde Schloss Biesdorf e.V.
27.03.2024
Zwischen Wut und Verzweiflung. Nüchterne Bilanz nach 80 Jahren – Buchvorstellung
Wolfgang Berghofer, ehemaliger Oberbürgermeister von Dresden. Moderation: Dagmar Pohle, Bezirksbürgermeisterin i. R.
Daniela Dahn, Journalistin, Schriftstellerin und Publizistin Moderation: Dagmar Pohle, Bezirksbürgermeisterin i. R.
23.11.2022
Wirtschaft in Marzahn-Hellersdorf damals und heute: Technikpioniere, innovative Produkte und erfolgreiche Firmen aus Biesdorf.
Gordon Lemm, Bezirksbürgermeister, Leonhard Lischka, Vorstandsmitglied MHWK.
01.06.2022
Auf ein Wort, Herr Bürgermeister
Gordon Lemm, Bezirksbürgermeister. Moderation: Dr. Klaus Freier, Freunde Schloss Biesdorf e.V.
27.10.2021
Journalismus heute – was kann, was soll, was muss er?
Gilbert Schomaker, stellvertretender Chefredakteur der „Berliner Morgenpost“, Wolfgang Hübner, Chefredaktion ND, Ingo Salmen, Lokalreporter „Der Tagesspiegel“, Ralf Nachtmann, Herausgeber von „Jot.w.d. – die Bürgerzeitung aus MaHe“. Moderation: Dr. Klaus Freier, Freunde Schloss Biesdorf e.V.
23.09.2020
Lust und Frust des Abgeordnetenlebens
Christian Gräff (CDU), Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses (MdA) seit 2016; 2006 bis 2016 Bezirksstadtrat Marzahn-Hellersdorf, Dr. Günter Krug (SPD), BVV Marzahn-Hellersdorf, MdA von 2001 bis 2011, Udo Wolf (Die Linke), MdA seit 2001; 2009 bis 2020 Vorsitzender der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, Stefan Ziller (Bündnis 90/Die Grünen), MdA 2006 bis 2011 und seit 2016. Moderation: Dr. Heinrich Niemann, Freunde Schloss Biesdorf e.V.
28.10.2019
Kulturpolitik für Zusammenhalt in Vielfalt
Prof. Monika Grütters, MdB, Kulturstaatsministerin, Regina Kittler, MdA, kulturpolitische Sprecherin der LINKEN im Berliner Abgeordnetenhaus, Lavinia Frey, Geschäftsführerin Stiftung Humboldt-Forum, Michael Wiedemann, Galerist. Moderation: Dr. Heinrich Niemann, Freunde Schloss Biesdorf e.V.
19.10.2019
Lebenswertes in der Stadt – Festliches Kolloquium anlässlich des 75. Geburtstages von Dr. Heinrich Niemann
Dr. Wolfgang Drahs und Andreas Wächter, Geschäftsführer der pad gGmbH, Prof. Dr. med. Herbert Kreibich, Facharzt für Allgemeinmedizin und für Arbeitsmedizin, Birgit Eltzel, Journalistin, Dr. Hans-Henning von Krosigk, Stellvertretender Landeskonservator i. R., Hendrik Gottfriedsen, Geschäftsführer i. R. der Grün Berlin GmbH / Gärten der Welt, Prof. Dr. Wolf Eisentraut, Architekt; Moderation: Prof. Dr. Gernot Zellmer, Freunde Schloss Biesdorf e.V.
Initiativkreis Otto Nagel 125 mit Salka Schallenberg, Enkelin von Otto Nagel, Jürgen Weber, Zeitgenosse Otto Nagels, Schülerinnen des Otto-Nagel-Gymnasiums und ihre Kunstlehrerin Dana Wolfram, Axel Matthies, Freunde Schloss Biesdorf e.V.
06.03.2019
Reiches Armes Deutschland – Aspekte der Vermögensentwicklung in Ost- und Westdeutschland seit 1990
Dr. Ulrich Busch, Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V.
29.11.2018
Gartendenkmalpflege in Verbindung mit städtebaulicher Denkmalpflege – Beiträge zu einer nachhaltigen Stadtentwicklungspolitik.
Dr. Klaus-Henning von Krosigk, stellvertretender Landeskonservator und Leiter der Gartendenkmalpflege beim Landesdenkmalamt in Berlin i. R. Moderation: Dr. Heinrich Niemann, Freunde Schloss Biesdorf e.V.
23.04.2018
Deutschland – Russland – Europa – brauchen wir einander?
Matthias Platzeck, Ministerpräsident a.D., Marlitt Köhnke, Vorsitzende des Marzahn-Hellersdorfer Städtepartnerschaftsverein, Ralf Protz, Geschäftsführer Kompetenzzentrum Großsiedlungen e.V. Moderation: Dr. Heinrich Niemann, Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf
18.01.2018
Wohnen in Berlin – bezahlbar für alle! Was wird getan?
Kathrin Lompscher, Senatorin, Rainer Wild, Geschäftsführer Mieterverein Berlin, Jens Werdermann, Vorstand Wohnungsgenossenschaft Friedenshort, Sabine Rickmann, Bereichsleiterin Technik, STADT UND LAND Wohnbauten GmbH. Moderation: Dr. Heinrich Niemann, Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf
12.10.2017
Kolloquium der Leibniz-Sozietät: Historisches und Aktuelles zur Arzneimittelforschung
Prof. Erhard Göres und Prof.Werner Scheler, Forscher der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR, Prof. Oleg Gomazkov, Russische Akademie der Wissenschaften in Moskau, Prof. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Moderation: Prof. Lutz-Günther Fleischer, Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin
15.06.2017
Kultur für alle – überall Kultur
Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa, Dagmar Pohle, Bezirksbürgermeisterin, Juliane Witt, Bezirksstadträtin, Katja Aßmann, Direktion ZKR (Zentrum für Kunst und öffentlicher Raum Schloss Biesdorf) Lars Scheibner, Tänzer und Choreograf, Dr. Klaus Freier, Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf. Moderation: Prof. Dr. Gernot Zellmer, Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf
Referent 1: Prof. Johannes Bähr, Goethe-Universität Frankfurt/M. Referent 2: Prof. Arnold Körte, Autor von „Martin Gropius. Leben und Werk eines Berliner Architekten (1824–1880)“ und Referent 3: Dr. Oleg Peters, Autor, Mitglied Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf
3. Veranstaltungen unseres Vereins zum Tag des offenen Denkmals im Schloss Biesdorf
Karin Scheel, Künstlerische Leiterin der kommunalen Galerie Schloss Biesdorf, Jan Frontzek, Leiter des Fachbereiches Kultur im Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, Frank Holzmann, Geschäftsführer des Vereins BALL e.V., der von 1994 bis 2013 im Schloss ein Stadtteilzentrum betrieben hat, Dr. Heinrich Niemann, Bezirksstadtrat a.D. und von 2008 bis 2024 Vorstandsvorsitzender des Vereins Freunde Schloss Biesdorf e.V. sowie weitere Zeitzeugen. Moderation:Prof. Dr. Gernot Zellmer, Vorstandsvorsitzender Freunde Schloss Biesdorf e.V.
08.09.2024
Schloss und Schlosspark Biesdorf. Zeugnis der Bau- und Gartenkunst und der Berliner Industriegeschichte
Referent: Dr. Heinrich Niemann, Freunde Schloss Biesdorf e.V.
09.-10.09.2023
Je eine Führung durch den Schlosspark
10.-11.09.2022
Drei Führungen durch den Schlosspark
11.-12.09.2021
Je eine Führung durch den Schlosspark
12.-13.09.2020
Je eine Führung „Schloss und Schlosspark Biesdorf – Denkmalensemble in alter neuer Schönheit“ inklusive Besichtigung des Eiskellers
07.-08.09.2019
Je eine Führung „Schloss und Schlosspark Biesdorf – Denkmalensemble in alter neuer Schönheit“
08.-09.09.2018
Je eine Führung „150 Jahre Schloss Biesdorf – lebendiges Bau- und Gartendenkmal“ Vortrag: „Wie Schloss und Park Biesdorf 1979 zum Denkmal wurden – Ein Beitrag zum Europäischen Kulturerbe-Jahr ECHY 2018“
Referenten: Prof. Dr. Gernot Zellmer und Axel Matthies, Freunde Schloss Biesdorf e.V.
09.-10.09.2017
Parkführungen an beiden Tagen. Vortragsveranstaltung mit Dr. Peter Schabe von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
11.09.2016
Feier zum 15-jährigen Bestehen unseres Vereins, Herausgabe des repräsentativen Kalenders „Schloss Biesdorf 2017“
Vorstand Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf e.V.
Referent 1: Prof. Johannes Bähr, Goethe-Universität Frankfurt/M. Referent 2: Prof. Arnold Körte, Autor von „Martin Gropius. Leben und Werk eines Berliner Architekten (1824–1880)“ und Referent 3: Dr. Oleg Peters, Autor, Mitglied Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf e.V.
13.-14.09.2014
Vortrag: 35 Jahre Unterschutzschutzstellung von Schloss und Park Biesdorf, Führung durch die Baustelle Schloss Biesdorf
Vorstand Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf e.V.
07.-08.09.2013
Eröffnung der Wanderausstellung „Der Architekt Heino Schmieden – Erneuerer des Krankenhausbaus im 19. Jahrhundert“ Vorträge: 1: Wie modern ist der Architekt Heino Schmieden heute?, 2: Die Architektursprache Heino Schmiedens in der Partnerschaft mit Martin Gropius, 3: Wem gehört das Schloss?
im Beisein von Landeskonservator Prof. Jörg Haspel, Gesundheitssenator Mario Czaja und Prof. Ernst Kraas (Urenkel von Heino Schmieden) Referent 1: Oleg Peters, Referent 2: Prof. Dr. Arnold Körte, Referent 3: Dr. Heinrich Niemann
10.-11.09.2011
Vortrag „Der Architekt des Biesdorfer Schlosses Heino Schmieden und sein architektonisches Erbe“, Führung „Die Baugeschichte des Schlosses“, Festveranstaltung „10 Jahre Stiftung OST-WEST-BEGEGNUNGSSTÄTTE Schloss Biesdorf e.V.“
Vortragsreferent: Oleg Peters Vorstandsmitglieder Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf e.V.
13.09.2009
Gesprächsrunde zur 80-jährigen öffentlichen Nutzung des Schlossensembles Biesdorf
mit den Historikern Oleg Peters, Lutz Heuer und Dr. Bernd Maether
14.09.2008
Ehrenkolloquium „Bauen und Bewahren“ zum 80. Geburtstag von Dr. Günter Peters
gemeinsam mit dem Heimatverein und dem Bezirksmuseum
08.-09.09.2007
Vortragsveranstaltung zur Geschichte und Zukunft des Denkmalensembles Schloss und Park Biesdorf
Referenten: Karl-Heinz Gärtner (Ortschronist), Bernd Schütze (Leiter des Natur- und Umweltamtes), Oleg Peters (Vorstandsmitglied Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf e.V.), Dr. Frank Wittendorfer (Leiter des Siemens-Archivs)
09.-10.09.2006
Feierlicher Abschluss des 4. Bauabschnitts sowie der Sanierung des Turms
im Beisein des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit, des Präsidenten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz Prof. Dr. Gottfried Kiesow sowie der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Petra Pau
10.-11.09.2005
Feierliche Veranstaltung zur Einweihung der Südseite des Schlosses Biesdorf
mit Dr. Günter Peters (Vorsitzender Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf e.V.), Senatorin Dr. Heidi Knaake-Werner und Bezirksbürgermeister Dr. Uwe Klett
Wir freuen uns mit dir, dass du diesen bedeutungs-schwangeren Lebens-Meilenstein in überdurchschnittlich guter Verfassung erreicht hast, und wünschen dir für die verbleibende Wegstrecke bis zur 100 eine große Portion Glück, viele Tage voller Sonnenschein, mentale Frische, ausreichend Kraft für spannende Fahrradtouren, Spaß und Erfolg bei allen Unternehmungen und nie versiegende Lust auf ehrenamtliches Tun.
Seit 2012 engagierst du dich für die Ziele unseres Vereins, der damals noch Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf hieß. Mit deinem Interesse für und deinem Wissen über Kunst sowie über die Menschen, die sie gestalten, hast du seitdem die Inhalte unserer Vereinsaktivitäten eindrucksvoll bereichert.
Mit dem Wissen, dass unser Schloss nach dem vollständigen Wiederaufbau eine Galerie beheimaten wird, hast du begonnen, auf unserer Homepage über Ausstellungen und künstlerische Projekte andernorts zu berichten. Es war dir dabei wichtig, in der DDR geschaffene Kunst zu hinterfragen. Die mit der Bewilligung der Fördermittel für den Schlossaufbau verbundene Planung, in der Biesdorfer Galerie Werke der DDR-Kunst aus dem Kunstarchiv in Beeskow zu präsentieren, hat dein Interesse an der Entstehung und Entwicklung dieser einzigartigen Sammlung künstlerischer Arbeiten geweckt. Du hast nicht nur auf unserer Homepage, deren Chefredakteur du bald wurdest, über Aktuelles aus Beeskow berichtet, sondern auch Vorträge und Lesungen organisiert, in denen sachkundig analysiert wurde, wie die Gemälde, Grafiken und Skulpturen aus dem Beeskower Archiv in der DDR geschaffene Kunst widerspiegeln. Dass wir dich dann 2016, als du in den Vorstand unseres Vereins gewählt wurdest, für den Galeriebeirat vorschlugen, war naheliegend.
Seit 2015 hast du dich – gestützt auf Kindheitserinnerungen – mit dem Leben und Werk von Otto Nagel beschäftigt, der zu den herausragenden Biesdorfer Bürgern gehört. Auf mannigfache Weise hast du für das Anliegen unseres Vereins gewirkt, die Erinnerung an diesen Maler, Publizisten und Kulturpolitiker in seiner Vaterstadt lebendig zu halten. Du hast deine Liebe zu den Alt-Berliner Bildern Nagels in Aufsätzen und Vorträgen – auch außerhalb unseres Vereins – anderen vermittelt. Auf der Festveranstaltung des Initiativkreises „Otto Nagel 125“, in dem sich – angeregt durch unseren Verein – über 60 Mitstreiter aus verschiedenen Bereichen, Vereinen und Institutionen zusammen fanden, hast du im September 2019 ein bemerkenswertes Schlusswort gehalten. Du hast Filme von und über Otto Nagel wieder entdeckt. Die Projekte von Schülerinnen und Schülern des Otto-Nagel-Gymnasiums zur Würdigung ihres Namenspatron hast du aufmerksam verfolgt und befördert.
Kalenderblatt September 2016
Aber im Mittelpunkt deines Wirkens in unserem Verein stand und steht das im alten Glanz wiederaufgebaute Schloss Biesdorf und der wundervolle Park. Aus Anlass der Wiedereröffnung im September 2016 hast du vorgeschlagen, dass wir einen kunstvoll gestalteten Kalender herausgeben, den du dann mit viel Herzblut redaktionell gestaltet hast.
Du hast dich intensiv mit der Geschichte des Schlossensembles und seiner Besitzer beschäftigt, hast Interessantes über die Rüxlebens und Bültzingslöwens entdeckt und hast Zeitzeugen aufgespürt, die in dem nach dem Brand im Jahre 1945 notdürftig hergerichteten Haus lebten. In ungezählten Führungen hast du in den letzten 10 Jahren dein Wissen über Architektur und Nutzungsgeschichte unseres Denkmals an viele Interessierte weiter gegeben. Dabei hast du – vor allem bezogen auf die Zeit, als die Familie Siemens Schlossherr war – an Fakten deutlich gemacht, dass ganz wichtige Impulse für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland und darüber hinaus aus unserem Biesdorf kamen.
Vielfältig sind deine Beiträge für unsere Homepage, mit denen du unser Schloss als Ort der Geschichte, der Kunst und Kultur, der Begegnung bekannt machst. Gestützt auf deinen künstlerischen Sachverstand hast du Ausstellungen in unserer Kommunalen Galerie besprochen. Und du bist an dem Gegenwind, den deine Wertungen bisweilen hervorriefen, nicht zerbrochen. Du hast dich auch den Künstlern gewidmet wie zum Beispiel Ronald Paris, Ingeborg Hunzinger oder Michael Klein. Und immer bereicherst du deine Essays mit einer großen Zahl sorgfältig ausgewählter Fotos und Bilder. Auch der Schlosspark war häufig Gegenstand deiner Schilderungen. Du hast die Natur in Fotos festgehalten, deine Freude über gelungene Veränderungen geteilt, aber auch nachhaltig auf Handlungsbedarf – wie etwa bei der seit Jahren defekten Fontäne im Schlossteich – hingewiesen.
In 13 gemeinsamen Jahren konnten wir erleben, dass für dich die Mitarbeit in unserem Verein – seit 2024 als stellvertretender Vorstandsvorsitzender – eine wichtige Form bürgerschaftlichen Engagements ist. Und wir wissen zu würdigen, dass du auch auf anderen Feldern des gesellschaftlichen Lebens ehrenamtlich um Veränderungen zugunsten deiner Nachbarn und Mitmenschen kämpfst. Deshalb freuen wir uns, dass du dein Denken und Tun auch künftig auf vielfältige Weise in die Vereinsarbeit einbringen wirst. Es erwarten uns viele Höhepunkte: Im September 2026 feiern wir den 10. Jahrestag der Eröffnung des wiederaufgebauten Schlosses und zugleich den 25. Jahrestag der Gründung unseres Vereins. 2027 sind es 100 Jahre her, als die Stadt Berlin Gut, Schloss und Park Biesdorf von der Familie Siemens erwarb.
Feiere vergnügt-besinnlich, wissend, dass dein Leben nach 75 spannend weiter geht.
Im Namen des Vorstands und aller Mitglieder des Vereins drücke ich dich fest und herzlich. Gernot Zellmer Vorstandsvorsitzender
Alle Jahre wieder, anläßlich des Tages der Gärten und Parks, führt unser Verein einen Rundgang durch den Schlosspark Biesdorf, erklärt Geschichte, Flora und Fauna. In diesem Jahr 2025 fiel der Rundgang auf den 14. Juni. Wie immer wurde an diesem Tag auch der Eiskeller geöffnet. Unserer Einladung waren mehr als 60 Leute gefolgt, die gespannt auf die Führungen warteten.
In Anbetracht der zu erwartenden Temperaturen war die Zeit 10.00 Uhr optimal gewählt. Der erste Gartenkünstler für den Schlosspark war Eduard Neide, der für Schlossherr Hans-Hermann von Rüxleben nach Vollendung des Baus 1868 einen vier Hektar großen Park anlegte, der zunächst von der Dorfstraße bis an den Weg, an dem Eiskeller und Teich liegen, reichte: den Triftsweg Nr. 7. Triftswege sind geeignet für landwirschaftliche Transporte und Viehtriebe. Neide hatte eine große Karriere im Königlichen Tiergarten; er begann als Geselle und schied als Königlicher Gartendirektor aus dem Dienst. Neide war Schüler von Peter Joseph Lenné und hat mit diesem noch gemeinsame Projekte realisiert. Ihnen war die englische Parkschule Vorbild. In diesem Sinne legte er den Biesdorfer Park an. Nun besichtigte die erste Gruppe den Eiskeller und stellte sich für ein Gruppenfoto.
Die erste Gruppe vor dem frisch gestrichenen Eiskeller
Auch zu Siemens‘ Zeiten blieb der Eiskeller die Speisekammer der Schlossbesitzer. Elektrisch betriebene Kühlschränke gab es zuerst in den 1930er Jahren in den USA. In Europa setzte sich der Kühlschrank erst in den 1950er Jahren durch.
Vorraum zum Eiskeller…
und der gemauerte Rundschacht selbst: die „Speisekammer“ des Schlosses
Dann führte der Weg weiter in den größeren Teil des Parkes bis zur Bahntrasse. Als Wilhelm von Siemens 1889 das Gut Biesdorf samt Schloss und Park übernahm, war er mit seinem Onkel Carl in England und seinem Bruder Arnold in Russland bereits Globalplayer in Sachen Starkstrom für die Industrie und starker Anwender von Haushaltsstrom, Verkehrsstrom und Stadtbeleuchtung. Die Firma hatte telegraphische Kabelverbindungen quer durch Europa und interkontinental nach Asien und Nordamerika verlegt. Das mittlerweile herunter gekommene Schloss gefiel Siemens in seiner Lage; er ließ es grundlegend sanieren und technisch aufrüsten. Ende der 1890er Jahre war das Haus ein Hightech-Schloss. Es verfügte über elektischen Strom, Telefon, Heizung und Warmwasser sowie ein Hauswarnsystem. Ebenso wollte Siemens den Park grundlegend erweitern und erneuern. Er kaufte die erforderlichen Ländereien und beauftragte die Gärtnerei Körner & Brodersen mit dieser Arbeit. Mitinhaber Albert Brodersen hatte mit solchen Arbeiten bereits Erfahrungen. In jenen Jahren entstanden durch seine Gärtnerei rund 20 größere landschaftliche Anlagen überwiegend für Industrielle im Rheinland, aber auch in Berlin, in der damaligen Neumark und in Schlesien. Schritt für Schritt erweiterte er den Park samt stilbildenden Parkmöbeln bis zum Jahr 1900. Als Abschluss der Arbeiten entstand am heutigen Nordeingang zum Park ein Jugendstiltor. An Brodersens Gartenkunst wird vor allem die wirkungsvolle Verteilung von Licht und Schatten sowie die feine und abwechslungsreiche Geländemodellierung gelobt.
Wirkungsvolle Verteilung von Licht und Schatten und feine Modellierung: hier am Pleasure Ground
Die hervorragenden Kontakte und sein ausgezeichneter Ruf als Landschaftsgärtner führten dazu, dass Albert Brodersen 1910 zum Berliner Städtischen Gartendirektor berufen wurde. Bereits 1909 war ihm der Titel des „Königlichen Gartendirektors“ verliehen worden. Im Rahmen der planmäßigen Stadtbebauung war er nun am Ausbau und an der Umgestaltung der ursprünglichen Berliner Schmuckplätze zu Gartenplätzen und praktischen Parkanlagen beteiligt. Unmittelbar beteiligt war Brodersen an der Anlage des Kleistparkes, des Märchenbrunnens Friedrichshain, des Volkspark Rehberge und des Botanischen Volksparks Blankenfelde. 1925, vor genau 100 Jahren, trat der Gartendirektor in den Ruhestand.
Der Schlosspark Biesdorf, eine allenthalben beliebte und angesehene Anlage, wurde von zwei zu ihrer Zeit bedeutendsten Gartenbaukünstlern, Eduard Neide und Albert Brodersen, geformt. Dieser Aspekt, der in der Öffentlichkeit nicht immer präsent ist, konnte vor den Zuhörenden deutlich gemacht werden.
Ein abschließender Blick galt dann dem Lesegarten und der Figur „Die Sinnende“ von Ingeborg Hunzinger. Der Lesegarten war ursprünglich ein Rasentennisplatz nach dem Vorbild von Wimbledon. Wilhelm von Siemens war so stolz auf ihn, dass er eine Kopie auf der Berliner Gewerbeausstellung 1896 im Treptower Park präsentieren ließ. Die Geschichte der Hunzinger-Figur war dann der Abschluss der Führung. Sie entsteht im Mai/Juni 1976 bei einem Bildhauer-Symposium in Reinhardtsdorf, Sächsische Schweiz.
Die Figur 1976 im sächsischen Steinbruch
Das Werk wird im Spätsommer 1976 in Kaulsdorf Nord aufgestellt, an der damaligen Kaufhalle im Teterower Ring; im Bereich des heutigen Spreecenters. Im Sommer 1978 gelangt die Plastik in die Ausstellung „Plastik und Blumen“ in Berlin-Treptow. Dort muss bei Verantwortlichen die Kenntnis gereift sein, dass die Figur in einem landschaftlichen Umfeld besser aufgehoben ist. Von Treptow ist die Figur nicht nach Kaulsdorf Nord zurückgekehrt. Sie wird 1980 am heutigen Standort im Schlosspark Biesdorf aufgestellt, wo sie sich großer Beliebtheit erfreut.
Damit ging ein sehr schöner Vormittag zu Ende. Es gab Beifall für die Vortragenden und viele weitere individuelle Gespräche.
Ein herzlicher Dank geht von den „Freunden Schloss Biesdorf“ an das Grünteam im Schlosspark, das den Eiskeller hervorragend präpariert hatte.
Den Vortrag in der Reihe zum Wiederaufbau des Schlosses Biesdorf am 13. April hatte der Kunstwissenschaftler Martin Schönfeld unter den spektakulären Titel „Vom Ende der Ideologie zum Triumph der Kunst“ gestellt. Er schloss sich mit dieser Sichtweise anderen, meist jüngeren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an, die sich in den letzten Jahren von der dominanten kulturpolitischen Sichtweise („Staatskunst“) verabschiedet haben und nun eine ikonografische Betrachtung der Kunstwerke bevorzugen – so wie es in der Kunstkritik gebräuchlich ist. Wir werden über diese Versuche berichten. Gegenstand seiner Analyse waren Kunstwerke im gebauten Raum von Marzahn-Hellersdorf.
Konzeptionell orientierte Martin Schönfeld sich nach dem „Ende der Ideologie“ an den ikonografischen Begriffen
Formgebung
Abstraktion
Gesellschaftskritik und
Subversion.
Für seine Interpretation hatte er überwiegend bekannte, noch heute im Stadtraum vorhandene Kunstwerke ausgewählt.
Zentrale Kunstwerke
Zunächst ging er auf zentral installierte Kunstwerke in der Marzahner Promenade ein: die Wandbilder Walter Womackas, das Bauarbeiter-Denkmal von Hillert/Möpert und die dreigliedrige Plastikgruppe von Ingeborg Hunzinger am Freizeit-Forum Marzahn. Martin Schönfeld erinnerte daran, dass für die Kunstwerke im komplexen Wohnungsbau vor allem Künstler beteiligt werden sollten, die nicht unbedingt im Mittelpunkt standen – also auch staatliche Aufträge für einen finanziell gesicherten Lebensabschnitt erhalten sollten. Ebenso war vereinbart, die Landschaft in den Mittelpunkt zu stellen, dazu die Orientierung in den Siedlungen mit geeigneten Stadtmöbeln in den Fokus zu nehmen und schließlich bildende Kunst insbesondere am Bau zu installieren.
Walter Womacka hatte 1964 den Fries für das Haus des Lehrers am neu gestalteten Alexanderplatz geliefert. Dessen Dimension von 130 mal 7 Meter war gigantisch und erinnerte an große Werke der mexikanischen Revolutionsmalerei.
Interessant: die Beschreibung der Fries-Produktion
In Mexiko, wo der „Muralismo“ (bedeutet Wandmalerei, hat nichts mit Moral zu tun) zu Hause war und Orozco, Rivera und Siqueiros eine Reihe berühmter Wandgemälde geschaffen hatten, kannte man bald diese Arbeit. In der Folge realisierte Womacka in einer Reihe anderer Städte, z.B. Halle-Neustadt und Eisenhüttenstadt, ähnliche gigantische Projekte. So bekam am Ende auch Berlin-Marzahn zwei Giebelbilder: „Arbeit für das Glück des Menschen“ und „Frieden“. Neben dem ikonografischen Wert erinnerte Martin Schönfeld auch an die enorm aufwändige Produktion dieser beiden Wandbilder im VEB Stuck und Naturstein. Beide Giebelbilder verschlangen wohl eine mittlere sechsstellige Summe in Mark der DDR.
Walter Womacka, Arbeit für das Glück des Menschen, 1989
Diego Rivera, Der Mensch am Scheideweg/Der Mensch kontrolliert das Universum, 1934
Die „Bauarbeiter“ von Karl Hillert und Karl-Günter Möpert sind schon öfter, auch hier, interpretiert worden. Standen sie ursprünglich am Anfang der Marzahner Promenade, am damaligen Warenhaus, sind sie nun in das Zentrum der Marzahner Promenade gerückt und fühlen sich da wohl. Wie sie da cool das Markttreiben über sich ergehen lassen, passt ganz zu ihrer Haltung. Martin Schönfeld sieht in der Arbeit eine Nähe zu Alberto Giacometti, einem Schweizer Künstler. Giacometti kam von der Malerei zur Bildhauerei. Den Bildhauer habe nicht das Volumen und auch nicht die Ausformung der einzelnen Partien interessiert, so ein Kritiker. Die Figur habe er auf ihre entfernte Erscheinung, auf ihre Haltung und Bewegung reduziert. Eine Nähe zwischen Giacometti und Hillert/Möpert ist jedenfalls erkennbar.
Alberto Giacometti, Eli Lotar III Alberto Giacometti, Walking Man
Schließlich erinnerte Martin Schönfeld an die Aufstellung der Figurengruppe „Denkmal für Kommunisten und antifaschistische Widerstandskämpfer“ von Ingeborg Hunzinger im Jahr 1991. In jener Zeit war Kommunist ein Unwort und die Bilderstürmerei gerade auf dem Höhepunkt. Die Bildhauerin argumentierte hingegen, sie habe nicht ein übliches Antifa-Denkmal errichten wollen, sondern eine Metapher schaffen für alle Menschen, die seit Jahrtausenden leiden und unterdrückt werden. Mit dieser Argumentation konnte sie sich durchsetzen. So steht dieses starke Kunstwerk heute in zentraler Position am Freizeitforum. Im Sommer dieses Jahres wird auf Initiative unseres Vereins eine eingelassene Platte an diese große Künstlerin erinnern.
Im Folgenden rief Martin Schönfeld verschiedene Künstler_innen auf, an denen er die Einbettung der Kunst im komplexen Wohnungsbau in die internationale Kunst deutlich machte.
Formgebung
Für Formgebung steht Gertraude Pohl. Die Künstlerin (*1940) hat insgesamt sieben Eingängen an Kinderkombinationen ein Gesicht gegeben. Dies war damals sehr wichtig, denn Kinderkombinationen sahen im gleichen Wohngebiet im Prinzip identisch aus. So war der individuelle Eingang sehr wichtig, damit Kinder und Eltern ihre Kiko erkannten.
Die Künstlerin arbeitete dabei überwiegend mit Betonformsteinen, die im VEB Werkstein Müggelheim in sehr individuellen Formen hergestellt wurden und von der Künstlerin dann zu Bildnissen zusammengesetzt wurden. Auch der ehemalige VEB Stern-Radio erhielt von der Künstlerin eine künstlerische Emaille-Ausgestaltung.
Gertraude Pohl, Kinderkombination
Gertraude Pohl, Eingang am ehemaligen VEB Stern-Radio
Martin Schönfeld sieht bei der Künstlerin eine Nähe zur Popart. Popart wird häufig als Reaktion auf eine betont intellektuelle abstrakte Kunst charakterisiert, die sich dem Trivialen zuwendet. Der Popkünstler fordert die absolute Realität, das heißt, dass alle Elemente rein, klar definierbare Gegenstands-Elemente sein müssen. Oft sind die dargestellten Gegenstände wie in einem Plakat ohne Tiefe, also flächig gestaltet. Banale Gegenstände des Alltags werden isoliert und entweder allein oder in Collagen verfremdet und verarbeitet.
Beispiele aus der Popart
Gertraude Pohl selbst bezeichnet diesen Teil ihrer Kunst als Farbdesign.
Abstraktion
Für Abstraktion stehen die Künstler Siegfried Schütze/Bernd Martin, die die Erstgestaltung des heutigen Jugendklubs „Wurzel“ an der Dessauer Straße realisierten. Von dieser Erstgestaltung stehen uns keine Fotos zur Verfügung. Die Gestaltung orientierte sich am Bauhaus Dessau. Die Außenwände des Flachbaus wurden mit abstrakten Farbformvariationen in den Primärfarben Gelb, Rot und Blau gestaltet. Farbliche Abstufungen schufen räumlich wirkende Farbfelder, die von diagonalen oder geschwungenen Formen durchschnitten wurden. Anstelle der Originalarbeit zeigen wir zwei Bauhaus-Arbeiten.
Joseph Albers, Aufwärts. Plakat
Franz Ehrlich, Architekturentwurf mit Wandgestaltung. Poster
Die Originalgestaltung verschwand bei der ersten Sanierung des Jugendklubs. Nach meiner Erinnerung war sie nicht übermäßig beliebt. Sie war den meisten Jugendlichen zu dunkel.
Gesellschaftskritik
Unter Gesellschaftskritik subsummierte Martin Schönfeld die fünfköpfige Figurengruppe von Rolf Biebl (*1951) am Helene-Weigel-Platz, den „Brunnen der Generationen“. Zumindest war es eine schroffe Anmutung für die Anwohner. Aber die Aufstellung im Jahre 1990 war kein Erdbeben mehr. Keine Presse beurteilte die Figuren, die Menschen waren bereits mit anderen Fragen und Problemen konfrontiert. Diese Kunst erschien schon eher als ein Bote der neuen Zeit.
Rolf Biebl, Brunnen der Generationen. Familie und Alter
Rolf Biebl, Brunnen der Generationen. Motorrad und enteilender Fahrer
Inzwischen ist die Gruppe auf dem Platz und bei den Menschen angekommen. Kinder spielen unbefangen vor allem mit dem Motorrad. Schönfeld sieht Biebls Gestalten: Familie, dahinter ein älterer, erfahrener Mann sowie Biker mit Motorrad in der Linie des Verismus. Verismus (ital.: verismo=der Wahrheit verpflichtet) ist im deutschsprachigen Raum als Neue Sachlichkeit bekannt. Eine Kunstrichtung, die nach dem 1. Weltkrieg vor allem aus dem Expressionismus kommend eine einzigartige Anklage der Kriegsgräuel war und sich dann als spezifische sozialkritische, detailgenaue und dingliche Darstellung ohne Sentimentalitäten profilierte. Zu den großen Vertretern zählen Otto Dix und George Grosz, sodann Franz Radziwill, Richard Oelze und Carl Grossberg.
Otto Dix, Flandern
Kurt Querner, Demonstration
Biebl war seit seinem Studium an der Kunsthochschule in Weißensee mit Clemens Gröszer und Harald K. Schulze befreundet. Später gründeten sie mit ein wenig Gedöns die Künstlergruppe Neon Real. „Die Drei sahen sich von Anfang an außerstande, vom Menschenbild abzusehen. Aber so ganz anders, als irgendeine ideologische Doktrin es vorschrieb, eher als lustvolle, virtuose Provokation“ , formulierte die Kunstkritikerin Ingeborg Ruthe. Und weiter zu Biebl: „Er belädt seine Bronzen, Gipse, Steine, Holzskulpturen mit all den Verformungen, die einem widerfahren können. Es sind Wesen, wie von der Last der Vergangenheit und der Gegenwart, von Anpassungszwängen und Resignation oder aggressiver Wut bedrückt und verformt.“
Martin Schönfeld interpretierte die Gruppe am Helene-Weigel-Platz als eine nach dem Wert des Lebens in der modernen Gesellschaft fragende, die im Kontrast zum Ideal der glücklichen Familien stehe.
Von Rolf Biebl gibt es in Berlin u.a. noch zwei recht bekannte Skulpturen.
Rolf Biebl, Rosa Luxemburg. Am nd-Gebäude Friedrichshain
Rolf Biebl, Der Schreitende. U Vinetastraße
Subversion
Subversion bedeutet wörtlich Umsturz, Zerstörung und ist von der etymologischen Bedeutung her verzahnt mit der Zerstörung einer staatlichen Ordnung. Den Begriff der Subversion wollte Martin Schönfeld schon verwenden bei der Bewertung der Gestaltung der Eingänge einer Kinderkombination am Parsteiner Ring in Marzahn Ost durch Mark Lammert (*1960). Lammert galt als hochtalentierter Student in Weißensee und lieferte seine Arbeit 1985 ab, also im Alter von 25 Jahren. Titel seiner Gestaltung ist „Zirkus“. Er malte aber nicht den bunten, prallen und lustigen Zirkus sondern den des traurigen Clowns. Seine Gestaltung, so Schönfeld, sei in ausdrucksstarken Formen und gebrochenen Farbtönen erfolgt. Seine Bilder seien voll von politischen Anspielungen. Proteste wurden schnell erhoben. So schrieb die Leiterin der Kinderkombination auch im Namen der Eltern, dass diese Ausgestaltung „grau“ und mit „verzerrten Gesichtern“ sei und den Kindern nicht gut tue. Es kam allerdings zu keiner Bilderstürmerei. Die Bilder blieben bis 1990, sollen dann allerdings sehr schnell übermalt worden sein. Wir können diese Bilder leider nicht zeigen.
Mark Lammert ist heute ein anerkannter Künstler. Er ist Professor für Malen und Zeichnen an der Universität der Künste. Er hat für Heiner Müller und Dimiter Gotscheff Szenenbilder geschaffen. Er ist Träger des Käthe-Kollwitz-Preises der Akademie der Künste. Seine Kunst ist anerkannt und in Galerien präsent.
Im Nachhinein würde ich diese Arbeit und eine weitere aus dem Jahre 1987 an einer Kinderkombination in der Mehrower Allee als „Thema verfehlt“ einstufen. Möglicherweise hat sich ein wichtiger Lehrer Lammerts, Professor Heinrich Tessmer, für den jungen Künstler stark gemacht. Tessmer ist selbst mit Kunstwerken in Marzahn vertreten. Möglicherweise sollte die Kunst am Bau dem Trend der Zeit entsprechend anspruchsvoller, künstlerischer, internationaler werden. Jedenfalls ist die Kunst Lammerts, das ist meine feste Überzeugung, für eine Zielgruppe von bis zu Sechsjährigen zu anspruchsvoll. Kinder verstehen das nicht und werden verunsichert. Die Kinder in Marzahn Ost wurden keine Umstürzler.
Wir wollen noch zwei Arbeiten von Lammert zeigen.
Mark Lammert, Ohne Titel
Mark Lammert, Ausstellung2
Der Vortrag von Martin Schönfeld war komplex und anspruchsvoll. Er hatte auch mehr Zuhörer verdient. Wir hoffen, mit diesem Bericht nachhelfen zu können. Schönfeld konnte zeigen, was wir auch schon in früheren Beiträgen angedeutet haben: in den 1980er Jahren, insbesondere ab der Mitte dieses Jahrzehnts, gibt es einen gewaltigen Ruck in der bildenden Kunst der DDR. Der Kanon von Arbeit, Glück und Zukunft wird abgeklopft, so wie es Biebl mit seinen Freunden versucht hat. „Wir wollten Aufmerksamkeit! Grelle Bildschärfe gegen die ganze Langeweile. Attacke, Überschärfe, Großstadtgefühl.“ Und Freund Harald K. Schulze setzt die bemerkenswerten Sätze hinzu: „„Wir hatten keine Theorien, aber das Gefühl, gemeinsam stark zu sein. Wir waren so unbekümmert und es gab immer ältere, erfahrene Künstler, Lehrer, die uns schützten. Wir konnten auf den Putz hauen, ohne dass wir gleich in den Keller mussten.“ Bei ihm hieß der Schützende Walter Womacka. Für Gröszer und Biebl waren es die Akademiemeister Wieland Förster, Werner Stötzer, Ludwig Engelhardt. Keinem von Neon Real wäre es eingefallen, in den Westen zu gehen.
Diese Tendenz, das ist nicht unbedingt vielen klar, setzte sich punktuell auch in der Kunst im komplexen Wohnungsbau durch. Es gibt durchaus späte anspruchsvolle Kunstwerke, die immer noch auf Wiesen und in Parks stehen. Wer Zeit und Muße hat, sollte mit dem gelben Kunstführer „Kunst in der Großsiedlung“ unter dem Arm nun bei Sonnenschein selbst noch einmal hinausgehen und nachforschen.
Eine Busrundfahrt zu Kunstwerken im öffentlichen Raum des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf fand am 10. Mai dieses Jahres statt. Drei Stunden lang führte der Kunsthistoriker Martin Schönfeld vom Büro für Kunst im öffentlichen Raum in Berlin 20 hochinteressierte Gäste durch den Bezirk. Die Route führte zu ausgewählten Kunstwerken, die sowohl in den Großsiedlungen in der DDR-Zeit als auch nach 1990 entstanden sind. Veranstaltet wurde die Rundfahrt von der Volkshochschule Marzahn-Hellersdorf und unserem Verein Stiftung OST-WEST-BEGEGNUNGSSTÄTTE Schloss Biesdorf e.V. im Rahmen einer Vortragsreihe zu Geschichte und Zukunft des Schlosses Biesdorf. Da das Schloss künftig Gegenwartskunst ausstellen wird, war diese Tour ein spezieller Zugang dafür.
Start war im alten Rathaus Marzahn. Hier wurde zuerst das Standesamt besichtigt. Martin Schönfeld informierte über die beiden Hauptkunstwerke am Ort: die Fruchtbarkeitsgöttin von Peter Makolies und die textilen Applikationen von Nora Kaufhold im Trauzimmer. Die Fruchtbarkeitsgöttin ist eine kleine Plastik, deren Bauchraum geöffnet ist, aus dem fünf kleine Babys herausschauen. Die textilen Applikationen geben dem Zimmer eine warme und zugleich unbeschwerte Atmosphäre. Anschließend ging es nach unten: in den Ratskeller. Die meisten Gäste waren schon einmal dort zu Gast gewesen. Nun mussten sie Spinnenweben beiseiteschieben, denn das Restaurant ist seit zwanzig Jahren geschlossen. Aber im Lichte der Notbeleuchtung war die Ausstattung des Kellers noch gut zu erkennen. Sechs Figuren von Peter Makolies stimmten die Gäste auf einen Ort der Heiterkeit und des Genusses ein.
Im Ratskeller
Fruchtbarkeitsgöttin
Anschließend ging es mit dem Bus zur Marzahner Promenade. Die Tour fuhr die Dr. Hermann Gruppe als Vereinsmitglied. Zuerst grüßte das „Denkmal für die Erbauer Marzahns“ von Karl Hillert und Karl Günter Möpert von seinem neuen Standplatz am künftigen Marktplatz in der Promenade. Martin Schönfeld bezeichnete die beiden als lockere Typen, die selbstbewusst um sich blicken. Ich möchte wieder den Soziologen Wolfgang Engler zitieren, der über den Arbeiter in der DDR folgendes schreibt: Arbeiter „strahlen eine aproblematische Sicherheit aus, wie sie nur Menschen eigen ist, die das Fürchten sozial nie gelernt haben… So werden Arbeiter nie wieder blicken.“ Der gesellschaftstheoretische Kontext ist bei Engler komplexer, aber diese Beobachtung stimmt. Wer heute im Berufsverkehr mit der S7 nach Ahrensfelde oder mit der M6 von Marzahn nach Hellersdorf fährt, wird diesen Blick nicht mehr finden. Genau den gegensätzlichen Gestus strahlen aber die beiden Arbeiter aus. Kalle und Dieter könnten sie heißen; sie gucken mal gerade, ob die Bauarbeiterversorung schon offen ist oder ob die angekündigte Betonlieferung endlich kommt. Und wenn nicht heute, dann machen sie halt Feierabend. Dem Taktstraßenleiter bleibt nichts anderes übrig: „Wenn keen Material kommt, machen wa fuffzehn.“
Erbauer Marzahns
Danach zog die Gruppe weiter zu den Giebelmosaiken von Walter Womacka „Arbeit für das Glück des Menschen“ und „Frieden“. Beide Mosaiken sind großartiges Handwerk. Von den älteren Ostdeutschen werden die Kunstwerke Womackas geschätzt. Ich bin offen gesagt kein großer Freund dieser Giebelarbeiten. Themen wie Glück, Frieden und Arbeit sind sehr komplexe Themen, die „symbolisch“ schwer darstellbar sind. Als Gegenentwurf zu solch einem komplexen Thema ist mir Wolfgang Mattheuers „Jahrhundertschritt“ erwägenswerter.
Arbeit für das Glück des Menschen
Unmittelbar vor dem Freizeitforum dann eine sehr wichtige Arbeit der Bildhauerin Ingeborg Hunzinger: die drei Figuren „Die Geschlagene/Die sich Aufrichtende/Der sich Befreiende“ mit dem Titel „Denkmal für Kommunisten und antifaschistische Widerstandskämpfer“. Die drei Figuren stehen ganz offensichtlich für die meisten der das Freizeitforum Marzahn betretenden Menschen beziehungslos zu ihnen im Raum. Unser Verein möchte daher anregen, die Künstlerin mit einer kleinen Platte zu ehren, auf der ihr Name und der Titel des Kunstwerkes genannt werden. Ingeborg Hunzinger war eine bedeutende deutsche Künstlerin, die selbst aktive Antifaschistin war. Zu Ehren ihres 100. Geburtstages am 3. Februar 2015 wäre dies ein überzeugender Beweis des Bezirkes für seine demokratische und antifaschistische Grundhaltung. Im Bezirk stehen weitere Plastiken der Künstlerin, darunter die Skulptur „Die Sinnende“ im Schlosspark Biesdorf.
Die Gruppe, vorn die Geschlagene
Anschließend besichtigte die Gruppe die großen Deckengemälde im Arndt-Bause-Saal des Freizeitforums Marzahn, deren Schöpfer Peter Hoppe war. Auf 400 qm werden die Tageszeiten Morgen, Mittag, Abend sowie der Traum reflektiert. Mit heller Farbigkeit und großzügiger Malweise verleiht das Werk dem Saal eine besondere künstlerische Leuchtkraft. Es gibt in Berlin aus jüngerer Zeit kein vergleichbares großes Deckengemälde. Peter Hoppe, der einem breiten Publikum nicht so bekannt ist, ist im Bezirk mit weiteren großflächigen Giebelgestaltungen vertreten. 1993 stiftete er der Dorfkirche Wölsickendorf (Landkreis Barnim) ein selbst gemaltes Altarbild.
Abschließend fuhr der Bus mit den Kunstenthusiasten nach Hellersdorf, wo Kunstwerke aus den 1990er Jahren besichtigt wurden. Der Wohnungsbau im damaligen Bezirk Hellersdorf war zur Wende noch nicht abgeschlossen. Die Gestaltung der öffentlichen Räume wurde daher insbesondere in der Verantwortung der damaligen Wohnungsbaugesellschaft Hellersdorf realisiert. Diese hatte ein anderes Verständnis von Kunst am Bau. So aber entstand in Hellersdorf ein gegenüber Marzahn eigener künstlerischer Charakter, der von der Bevölkerung angenommen wurde. Zum Abschluss führte Martin Schönfeld in die sogenannte Zwischenablage auf dem Hof des Dienstgebäudes in der Riesaer Straße, wo abgebrochene Kunstwerke gesammelt werden. Hier konnte sich die Gruppe noch einen Eindruck verschaffen, wo Bauten abgerissen wurden, aber Kunstwerke erhalten blieben. Auch dies war ein eigener zeitgeschichtlicher Eindruck.
In der Ablage
Mehr als 460 solcher Kunstobjekte hat die Statistik kartiert: Wandmalereien an Wohngebäuden, Schulen oder Kitas, Skulpturen in Parkanlagen, mit Keramiken gestaltete Hauseingänge, kunstvolle Installationen. Leider wurden Dutzende zerstört oder sind dem Abbruch von Gebäuden zum Opfer gefallen. Dennoch sind sich Kunsthistoriker sicher, dass diese so dichte Gestaltung eines großen Stadtraumes mit künstlerischen Werken einmalig in Deutschland, ja in Europa sei.
Giebel in Kaulsdorf Nord
Abschließend seien mir ein paar grundsätzliche Gedanken gestattet. Architekturbezogene Kunst war inhärenter Bestandteil des komplexen Wohnungsbaus, der Wohn- und Gesellschaftsbauten, die technische Infrastruktur sowie den Verkehrsbau plante und gestaltete. Kunst hatte dabei insbesondere die Aufgabe, die Wohn- und Gesellschaftsbauten besser unterscheidbar zu machen – sie zu individualisieren. Denn die Außenwände, die aus den Plattenwerken geliefert wurden, wirkten oft dunkel oder fahl. Man kann dies auf historischen Fotos gerade bei 11-Geschossern gut nachvollziehen. Durch die Kunst bekamen die Gebäude ein freundliches Gesicht. Da Kunst am Bau natürlich auch eine serielle Frage ist, muss man durchaus einräumen, dass nicht jede Kita oder jede Schule das Kunstwerk an seine Eingangstür bekam. Dies wird in der Dokumentation „Kunst in der Großsiedlung“ durchaus deutlich. So wurden schnell oder zu schnell Kunstwerke entsorgt. Eine ganz wichtige Frage ist die nach der Haltbarkeit der Objekte. Viele sind aus Sandstein oder als Mosaikwerke aufgestellt worden. Vor 30 Jahren hat sich niemand mit der Frage beschäftigt, wie diese wohl im Jahre 2014 aussehen werden. Bei einigen ist die Abnutzung, verschärft durch Vandalismus, so hoch, dass man sie kaum noch als Kunstwerke wahrnimmt.
Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf bekennt sich zu den überkommenen Kunstwerken im öffentlichen Raum. Innerhalb des EU-Projektes LHASA (Large Housing Area Stabilisation Action) hat er die Werke kartiert und nach ihrem Zustand geschätzt. In einer zweiten Phase sollen gefährdete Kunstwerke konservatorisch gesichert werden. Nicht alle Objekte werden jedoch überleben können. In der Großsiedlung werden Wohnbauten weiterhin energetisch saniert. Dies ist auch ein eigener Wert zur Klimastabilisierung, der im Zweifelsfall durchaus gegen Kunst am Bau ermächtigt werden kann. Aber es besteht gute Hoffnung, dass sich die Situation stabilisiert und verbessert. Der Vandalismus hat signifikant nachgelassen. Junge Familien ziehen in die Großsiedlung, die den Zusammenhalt in den Kiezen verbessern. Sicher wird das auch den Kunstwerken nutzen, wieder in den Fokus der Bewohner zu gelangen. Denn man kann mit diesen Kunstwerken auch spielen…
(Axel Matthies, Stiftung OST-WEST-BEGEGNUNGSSTÄTTE Schloss Biesdorf e.V.)